Sportpsychologie in der Saisonvorbereitung

Sportpsychologie in der Saisonvorbereitung

Sportpsychologie angewandt während der Saisonvorbereitung ist erst wenig bekannt, kann aber einen grossen Nutzen erzielen. Der Frühling ist da, die Tage werden länger, und bei vielen Teamsportarten neigt sich die Saison dem Finale zu und die Spannung steigt. Das Ende einer Saison und einer Meisterschaft ist immer auch verbunden mit dem Start und der Planung der Nächsten.

Was lief gut? Was wollen wir verbessern? Und welchen Weg gehen wir? Diese Fragen stellen sich Sportmanager, Vorstand und Trainer. Auch die Kaderplanung für die nächste Saison ist meistens schon voll im Gange und erste Neuverpflichtungen sind anvisiert.

Was ist der Nutzen der Sportpsychologie in der Saisonvorbereitung für Vorstand, Sportmanager und Trainer?

Der Sportpsychologe kann den Verantwortlichen helfen, wie er es bei Teambuilding-Sessions tut, die Vision des Vereins oder des Teams herauszuarbeiten und bei der Festlegung der Ziele der nächsten Saison zu unterstützen.

Diese Ziele werden gemeinsam in Unterziele heruntergebrochen, wobei der Sportpsychologe als Sparringpartner funktioniert und den Verantwortlichen  hilft einen Ist-Soll-Abgleich zu machen, die aktuelle Situation analysiert und schaut, ob die gesetzten Ziele überhaupt realistisch erscheinen.

Auch können die Verantwortlichen mit einem erfahrenen Sportpsychologen früh erkennen: wo Hindernisse und Barrieren auftreten können, um sich dann Handlungspläne zu erarbeiten, wie man in solchen Situationen schnell reagieren kann. Dies immer unter dem Dach der Vision und der Werte des Vereins. Außerdem kann die Sportpsychologie in der Saisonvorbereitung bei der Kaderselektion helfen die richtigen Sportlertypen auszuwählen. Bei der Staff- und Kaderplanung kommt es nicht nur auf das taktische, technische Know-How und die sportlichen Fähigkeiten an, sondern auch auf psychologische Komponenten wie Motivation, Einstellung und Persönlichkeit.

Diese Faktoren sind entscheidend, damit die einzelnen Menschen ihre Rolle im Team-und Staffgefüge erfolgreich ausfüllen und sich zudem mit der Vision und den Werten des Vereins identifizieren können und wollen.

Wichtig ist hier, dass zuerst alle Rollen im Team und im Verein genau definiert werden. Was ist die Funktion? Welche Kompetenzen sowie Verantwortung hat die Person und welche Kompetenzen muss sie mitbringen, um die Ziele in dieser Rolle zu erreichen?

Hier kann man danach die Persönlichkeit und die persönlichen Motive und Einstellungen ableiten und diese bei der Selektion mittels strukturiertem Gespräch sowie zusätzlichem Einsatz von psychologisch, wissenschaftlich fundierten Tools prüfen.

Daneben ist es sehr zentral, dass sich der Trainer der einzelnen Rollen im Team bewusst ist. Denn nur wenigen Trainern gelingt es, 10 Leitwölfe in einem Team nebeneinander bei Stange zu halten ohne das Teamgefüge auseinanderbrechen zu lassen.

Eine gewisse Anzahl an starken Persönlichkeiten und Meinungsträgern ist wichtig für jedes Team. Jedoch birgt eine zu große Ansammlung die Gefahr, dass sich diese ständig konkurrenzieren und ihre unterschiedlichen Meinungen gegeneinander durchsetzen möchten.

Der Sportpsychologe kann in der Kaderplanung und der Selektion der Spieler helfen, die Rolle des Spielers mit der Persönlichkeit abzugleichen und den Trainer bei diesen schwierigen Entscheidungen unterstützen.

Die Saisonplanung und die Auswahl der richtigen Personen für die einzelnen Positionen ist das Fundament für eine erfolgreiche Saison und für das Erreichen der Vereins- und Mannschaftsziele.

 

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