Teamzusammenhalt als Erfolgsfaktor in der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft!

Teamzusammenhalt als Erfolgsfaktor in der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft!

Spitzenresultate der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft

Die Schweizer Eishockey Nationalmannschaft erreicht in den letzten Jahren an internationalen Wettkämpfen Spitzenresultate. Nachdem sie an den Weltmeisterschaften 2013 im Final gescheitert ist und sich die Silbermedaille erkämpfte, ist die aktuelle Leistung an der Eishockeyweltmeisterschaft in Kopenhagen sogar noch höher zu bewerten. Die Schweizer Eishockeynationalmannschaft war noch nie so nah am Gewinn einer Weltmeisterschaft. Erst im Penaltyschiessen zu verlieren ist ärgerlich, aber erfüllt jeden Schweizer mit grossem Stolz. Doch welche Faktoren könnten diese Erfolge und dieses hohe Leistungsniveau  aus sportpsychologischer Sichtweise beeinflussen?

Immer wieder wurde in den Medien der gute Teamzusammenhalt und die Lockerheit der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft im Training erwähnt. Beleuchten wir doch diese beiden Phänomene genauer.

Wie könnte Lockerheit an einem grossen internationalen Turnier entstehen? Locker ist ein Sportler vor Wettkämpfen meistens dann, wenn er sich den hohen Anforderungen gewachsen fühlt. Es ist ein Anzeichen von hohem Selbstvertrauen, wobei der Spieler von seinen eigenen Stärken und Kompetenzen überzeugt ist. Sobald sich ein Spieler überfordert fühlt, ist er nicht mehr locker, sondern fängt sich an zu verkrampfen. Diese körperliche Aktivierung in Leistungssituationen ist ein ganz normaler körperlicher Mechanismus und wirkt zuerst leistungssteigernd. Aber ab einem bestimmten Moment kippt die Aktivierung in Verkrampfung und ist leistungshemmend. Kurz zusammengefasst eine gewisse Lockerheit bei Wettkämpfen zeigt ein hohes Selbstvertrauen der Athleten und kann leistungsfördernd wirken.  Speziell in Teamsportarten ist das Vertrauen in die Kompetenzen und Stärken der einzelnen Teammitglieder ein entscheidender Erfolgsfaktor. Dieser wird in der Sportpsychologie auch Gruppenwirksamkeitsüberzeugung genannt. So konnten z.B. die Sportpsychologen Feltz und Lirgg (1998) bei Eishockeymannschaften aufzeigen, dass eine hohe Gruppenwirksamkeitsüberzeugung die Leistung positiv beeinflusst.

Führt ein guter Teamzusammenhalt zu besserer Leistung oder kann ein sehr guter Zusammenhalt unter gewissen Voraussetzungen auch eine schlechte Leistung hervorbringen? Mit dieser Frage beschäftigten sich verschiedene Sportpsychologen und die Ergebnisse der Untersuchungen waren nicht eindeutig. Es gab Studien in denen ein positiver Zusammenhang zwischen einem guten Teamzusammenhalt und einer Spitzenleistung hervorging und andere Studien, in denen kein Zusammenhang auszumachen war. Dies erklären sich die Sportpsychologen folgendermassen: Ein guter Teamzusammenhalt wirkt leistungssteigernd, falls das Team gemeinsame Normen und Ziele hat, wie z.B. hart zu trainieren, an seine Leistungsgrenzen zu gehen und Spitzenleistung zu zeigen. Wenn jedoch bei einem hohen Teamzusammenhalt, die Ziele des Teams z.B. eine gute Zeit miteinander zu haben und nicht leistungsorientiert sind, dann bewirkt ein hoher Teamzusammenhalt eher das Gegenteil.

Das Schweizer Eishockey entwickelte sich in den letzten Jahren dank der professionell arbeitenden Verbände und Vereine, Toptrainern und natürlich den vielen einzigartigen Spielern immer weiter. Gerade der Mut vieler Spieler ihren Weg früh in der NHL zu suchen, zahlt sich auf  internationalem Niveau aus. Die Spieler bringen durch ihren Ehrgeiz und ihre Erfahrung ein hohes Leistungsverständnis mit. Dadurch ist der Teamzusammenhalt der Schweizer Eishockeynationalmannschaft zu einem Erfolgsfaktor worden.

Kopfsache Sport gratuliert der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft ganz herzlich zu Ihrem Erfolg, den sie sich mit harter und konsequenter Arbeit sehr verdient hat und freut sich auf zukünftige Spitzenresultate.

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